Hormonbehandlung mit GnRH-Analoga

Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga (GnRH-Analoga) sind Wirkstoffe, die dem zentralen Steuerungshormon des Zyklus, dem GnRH, nachgebildet sind. Sie blockieren die Empfangsstellen für GnRH auf Zellen und verhindern so, dass die Hormone FSH und LH freigesetzt werden, die den Monatszyklus aufrechterhalten und regulieren. So sinkt auch der Östrogenspiegel ab. Die behandelten Frauen geraten auf diese Weise vorübergehend in künstliche Wechseljahre, die monatliche Blutung bleibt aus. Nach dem Ende der Behandlung stellt sich der normale Zyklus oft innerhalb von zwei bis drei Monaten wieder ein.

Endometriosebeschwerden lassen sich mit GnRH-Analoga effektiv bessern und die Neubildung von Erkrankungsherden vorübergehend stoppen. GnRH-Analoga gibt es als Depotpräparate, welche unter die Haut gespritzt werden und für einen oder drei Monate wirken. Die Medikamente können, wie andere Arzneimittel auch, Nebenwirkungen hervorrufen. Ein Teil der behandelten Frauen hat z. B. Hitzewallungen und andere Wechseljahrbeschwerden. Zusätzlich kann der stark verringerte Östrogenspiegel zum Verlust an Knochensubstanz führen. Die Therapie mit GnRH-Analoga allein ist deshalb auf sechs Monate beschränkt. Soll die Behandlung länger dauern, muss ergänzend eine sogenannte „Add-back-Therapie“ erfolgen. Dabei werden geringe Mengen Östrogen zusätzlich verabreicht, um den Nebenwirkungen der GnRH-Analoga teilweise entgegenzuwirken.